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5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer: über Nachhaltigkeit und zero waste

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

Nachhaltigkeit geht uns alle an! Eher mehr als weniger. Und besser schnell als langsam. Ich freue mich daher riesig, die liebe Maren von Minza will Sommer heute im Interview 5 Fragen an zu Gast zu haben. Sie ist die Queen der Nachhaltigkeit und zeigt uns, dass ein Leben mit wenig(er) Müll gar nicht mal so schwierig ist. Sogar zero waste ist möglich … man muss es nur wollen. Danke, dass du heute hier bist, liebe Maren. Packen wir’s an!

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

 

1. Fünf Sätze über Maren Teichert @ Minza will Sommer

Ich bin Maren, komme vom Land, liebe die Natur, interessiere mich für Musik und Design im Allgemeinen, insbesondere im Wohnen und in der Mode und schätze die Vielfalt des städtischen und kulturellen Lebens in Köln. Beruflich komme ich aus der pädagogischen Arbeit und bin nun aber schon seit 14 Jahren Architektin im Wohnungsbau und beides hat mehr miteinander zu tun als man vielleicht denkt.

 

Heute schon gepinnt? 

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

 

Ich bin neugierig auf Menschen, Lebensgeschichten, gesellschaftlichen Wandel und verfolge die Werte ökologischer Nachhaltigkeit, sozialer Fairness und globaler Gerechtigkeit, weil ich es für notwendig halte.

Ich stehe für Handlungsfähigkeit statt Ohnmacht, einen lösungsorientierten Wissensaustausch, ein wertschätzendes Miteinander ohne Wettbewerbsstreben und Perfektionsansprüche und plädiere für Meinungsbildung ohne Dogmatismus und für gemeinsames Handeln – privat in meinem Umfeld und Ehrenamt und öffentlich online mit meinem Blog und Social Media Accounts.

 

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

 

2. Seit wann ist Nachhaltigkeit dein Thema?

Nachdem Begriffe und Aspekte der ‚Nachhaltigkeit‘ nach der Ökowelle in der ich aufwuchs, wieder mehr in den gesellschaftlichen Fokus rückten, wurde mir noch mal bewusst, dass ich einige Inhalte bereits lebe, teils plump aus dem Elternhaus übernommen und für gut befunden.

Zunehmend fielen Schlagworten wie ’nachhaltig, grün, fair, zero waste,…‘ und so wurde mein Blog mit dem Schwerpunkt Interior, in dem ich meinen Wohnstil mit hauptsächlich Secondhand- und selbstgebauten Möbeln zeige, lediglich um passende Worte ergänzt.

 

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

 

Das was ich über Wirtschaftssysteme, den Klimawandel, politische Zusammenhänge, Postwachstumsökonmie, alternative Schulsysteme … lernte, fand ich zunehmend im Austausch online und offline bestätigt und auf bereichernde Weise erweitert und untermauert. Und so mehrten sich auf dem Blog Gedanken um Nachhaltigkeit ( z.B. in den Beiträgen Warum haben wir die Wahl?, Systemkritik: Die grüne Lüge) und praktische Lösungsansätze.

 

3. Zero Waste – geht das überhaupt? Und wenn ja: wie?

Zero Waste ist ein Ideal und bedeutet ‚kein Müll, keine Verschwendung‘. Wie das mit Idealen so ist, bedarf es der Auseinandersetzung um sie zu leben, es ist keine Challenge, es ist eine Haltung.

 

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

 

Mit dem Interesse stehen die Antennen auf Empfang und es finden sich Alternativen, seien es Ansichten, Verhaltensweisen oder Produkte und Gleichgesinnte zum wissenswerten Austausch. Druck und Verzicht sind dabei so fehl am Platz wie mit Ehre geizender Wettkampf statt Gemeinschaftswille. Viel mehr geht es um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Bedarf. Was brauche ich wirklich? Wo bediene ich Nebenschauplätze wie Frust und Belohnung, ohne bleibenden Wert für mein Wohlbefinden oder greifbaren Nutzen?

Vieles unseres Konsums und aus unserem Besitz brauchen wir nicht, kann entfallen, für einiges finden sich leicht nachhaltigere Alternativen, wenn Altes verbraucht ist. Manche Gewohnheiten durchlaufen den Prozess einer Verhaltensänderung und dazu gehören auch mal Rückschritt, Milde, Neuanfang und Weitermachen.

Viele kennen sicherlich die Einmachgläser in denen Zero Wastler*innen ihren Jahresmüll zeigen. Nicht enthalten ist all der versteckte Müll, der z.B. im Restaurant in Küche und Buchhaltung anfällt, während wir meinen, mit der Ablehnung des Strohhalms im Kaltgetränk alles getan zu haben.

 

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

 

Und so ist unser Alltag durchzogen von einem immensen Müllaufkommen. Zero Waste ist viel mehr als das was wir sichtbar daheim zwischen Bad und Küche, Kleiderschrank und Dekokiste, Urlaubsplanung und Steuererklärung direkt beeinflussen können. Deshalb bin ich Teil der Initiative Zero Waste Köln.

Denn es geht um eine Vielzahl von Prozessen die es mit ressourcenschonenderen Lösungen zu ersetzen gilt. Es geht um politisches Wirken, Bildungsarbeit und Veränderungen in jedweden Bereichen unseres Lebens, von Mobilität bis Bürokratie und so vieles mehr.

 

Eine kleine Auswahl konkreter Tipps für mehr Nachhaltigkeit daheim

 

  • Stoffbeutel statt Tüte
  • Tasse und Mehrwegflasche statt Einwegbecher und -getränkeflasche
  • Secondhand/Tauschen/gemeinsame Nutzungen statt Neuwaren kaufen
  • Naturseife statt Shampoo, Duschgel und Co.
  • Stofftaschentücher statt welche aus Papier
  • Dose und Besteck unterwegs anbei, statt Pommes in der Pappschachtel mit Einweggabel
  • digitale Kinokarten und Reiseunterlagen statt Papierausdrucke
  • nachfüllbare Stifte statt Einwegfilzer
  • Wäsche waschen mit Efeu statt mit Chemiekeule
  • Abschminkpads und Wattestäbchen aus Altkleidern
  • weniger Essengehen und liefern lassen, mehr selber zubereiten
  • gemeinsame Zeit statt Zeug schenken
  • mal eine Demo besuchen um den öffentlichen Diskurs zu fo/ördern
  • eine nachhaltige Bank wählen statt einer die u.a. die Rüstungsindustrie befördert

 

 

Noch mehr Anregungen gibt es auf meinem Blog: z.B. Zero Waste im Bad. Dazu noch eine Vielzahl anderer empfehlenswerter Blogs, Vlogs und Accounts. All das dient der Inspiration, sich das rauszuziehen und weiterzuentwickeln, was zur persönlichen Lebenssituation passt.

 

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

4. Soziale Fairness: worauf sollte man achten?

Auf sich selbst! Ich denke, dass die allermeisten von uns ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Gerechtigkeit haben und Empathie empfinden. Wir möchten für unsere Arbeit ein faires Gehalt, wir möchten gesehen werden, brauchen Anerkennung.

 

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

 

Wenn ich also weiß oder ahne (oft braucht es nur unseren gesunden Menschenverstand) wie ein Shirt, eine Couch, eine Vase, ein Handy, der Ohrring, die Schokolade … produziert wird, wie ein günstiger Reisepreis zustande kommt, welche Firmenphilosophie hinter diversen Unternehmen steckt, dann ist es mein Abwägen, ob die Fairness und Achtung die ich für mich beanspruche, auch für die Menschen innerhalb von Produktionsketten gilt.

Wenn dem so ist, finden sich entsprechende Alternativen zu Fastfashion, Fastfurniture, Green Washing und Co. Das ist mal mehr, mal weniger leicht. Denn wir sind umgeben von Produkten deren Entstehung wir nicht kennen, gar verstehen. Wir müssten Fachleute verschiedenster Disziplinen sein, um den Hintergrund eines Produkts zu erfassen, soweit er denn preisgegeben wird.

 

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

 

Das was uns Politik und Wirtschaft als großzügige Wahlfreiheit verkaufen wollen, ist meines Erachtens zu oft ein Mangel an Verantwortung, politisch gar Erfüllung ihres Arbeitsauftrags. Wir sehen an dem Wirtschaften auf Kosten der Schwächeren eine Vielzahl von Symptomen wie z.B. klimawandelbedingte Katastrophen wie Dürre, Tiersterben, Grundwasserverseuchung, Hungersnot, Sklaverei, Landflucht, etc.

Zu oft scheinen einzig Wachstum und Profit wichtiger, als die Achtung vor Mensch, Tier und Umwelt. Aber es darf schlicht keine Jeans geben, durch die während des Produktionsprozesses ungefiltert Chemikalien in Flüssen landet, keinen Stuhl mit Holz aus illegal gerodetem Wald, keine Tulpen von Frauen die ihre Fruchtbarkeit auf’s Spiel setzen, keine Handys für die Kinder sich in Lebensgefahr begeben, etc. und dafür braucht es Systemkritik, lösungsorientierte Meinungsbildung und gemeinsamen Handlungswillen.

5. Was macht dich glücklich?

Hinsichtlich der Fragen, macht es mich glücklich gemeinsam für Ziele einzustehen, nicht in der Ohnmacht zu verharren die mich oft bei Themen zwischen Umweltverschmutzung und Ungerechtigkeiten überkommt, sondern handlungsfähig zu bleiben. Dazu trägt auch der Austausch online mit vielen Ähnlichdenker*innen bei und das Wirken hin zu großen Zielen.

 

Interview: Nachhaltigkeit und zero waste. 5 Fragen an Maren Teichert @minzawillsommer

Und ansonsten bin ich sehr leicht glücklich zu machen, ich brauche keine großen Besitztümer, keine herausragenden Reisen. Alles zwischen einem heißen Bad, Spökes, tiefgründigen Gesprächen, Bratkartoffeln mit Salat, einem Ausflug ans Meer oder in den geliebten Wald, draußen schlafen im Sommer, unerwartete schöne Momente im Alltag wahrnehmen zu können… das macht mich glücklich.


liebe Maren, mich macht es glücklich – und das sage ich mit dem vollen Ernst meiner Journalisten-Seele – dass du in meinem Interview 5 Fragen an zu Gast bist. Und jetzt schicke ich euch mit Schwung gleich mal bei Minza will Sommer vorbei … ein paar Tipps für mehr Nachhaltigkeit und faire Ökonomie aufschnappen!

 

Das Kurzinterview auf soulsistermeetsfriends: 5 Fragen an

Weitere Interviews mit interessanten Persönlichkeiten und spannenden Themen – von Tattoo-Kult über Streetart, Kultur auf’m Kiez bis zu japanischer Papierkunst – findet ihr hier: bei 5 Fragen an … immer neu am Anfang des Monats!

Teilen macht glücklich!

2 Kommentare

  1. Herzlichen Dank für die Einladung zum Interview, liebe Katrin! Es war eine Freude und gleichzeitig Herausforderung die guten Fragen maximal knackig zu beantworten. Ich neige zum Roman! 😉 Liebe Grüße . Maren

    • liebe Maren,
      ich danke dir von Herzen, dass du im Interview 5 Fragen an mein Gast bist … ich lese so gern bei dir zum Thema Nachhaltigkeit, weil man jedes Mal so viel mitnimmt: Knowhow, Denkanstöße, gute Tipps und mehr. Wie schön, dass du diesem wichtigen Thema so eine inhaltsstarke Plattform bietest. Gut so!
      herzlichst Katrin

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