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Fünf Fragen an Anja @dastutenderschiffe über Hafenliebe & Neuanfänge

Interview 5 Fragen an: Anja Kiefer @dastutenderschiffe

Ich mag mutige Menschen. Menschen, die authentisch sind, auch mal die Lebensrichtung ändern und sich voller Neugier immer mal wieder neu ausprobieren. So eine ist Anja, vom Hamburg-Blog das tuten der schiffe (sie schreibt übrigens grundsätzlich klein).

Ihr atmosphärischer Blog ist meine Hamburg-Heimweh-Adresse, aber was noch viel spannender ist: Anja hat sich im letzten Jahr komplett neu erfunden! Von der Leitung einer sozialen Schutz- und Beratungseinrichtung für Mädchen in akuten Krisen – da reden wir von Situationen wie sexualisierter Gewalt oder Zwangsheirat – zur Arbeit in einer Content-Agentur mit Blogger-Relations, großen Online-Projekten, Mode-Shootings und Guido Maria Kretschmer. Das muss man erstmal können. Hut ab, liebe Anja … hier sind deine fünf Fragen!

 

Interview 5 Fragen an: Anja Kiefer @dastutenderschiffe

 

Zunächst, liebe Katrin, herzlichen Dank für die Einladung, ein Teil Deines Interviewformates zu werden. Und da geht es auch schon los.

1. Wer bist Du?

Wow?! Formal bin ich Anja, frisch Mitte 40 und Wahlhamburgerin. Hamburg hat mich zu vielen neuen Lebensentscheidungen motiviert und daher antworte ich auf den berufliche Teil der Frage seit ein paar Jahren nicht mehr mit „Ich bin Sozialpädagogin“, sondern mit „Ich war mal Sozialpädagogin“ – und nun bin ich Bloggerin und Account- und Influencer-Managerin in einer Hamburger Content-Agentur.

 

Interview 5 Fragen an: Anja Kiefer @dastutenderschiffe

Anja Kiefer @das tuten der schiffe

5 Sätze über Anja Kiefer – das tuten der schiffe

Ich schaue mich manchmal in meinem Leben um, und kann selbst kaum fassen, dass es meins ist.

Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch 180°-Wendungen in sein Leben bringen kann, wenn er oder sie an die eigenen Talente glaubt.

Ich weiß nicht, ob Hamburg die schönste Stadt der Welt ist, (denn ich war noch nie in Paris oder New York), aber definitiv ist Hamburg der beste Platz für mich.

Der wichtigste Wert in meinem Leben ist die Verbundenheit – mit Orten, Menschen, Sachen, Erinnerungen.

Wenn große Schiffe tuten, bin ich so positiv bewegt, dass ich weinen muss und nicht mehr aufhören kann … und ich hab keinen Schimmer, warum das so ist … (Anmerkung der soulsister: warum weiß ich auch nicht, aber mir geht’s ganz genau so!)

 

Interview 5 Fragen an: Anja Kiefer @dastutenderschiffe

Am Filmset von Notruf Hafenkante: Janette Rauch, Sanna Englund, Matthias Schloo. Immer donnerstags um 19.25 im ZDF. Das guck‘ ich (also Katrin) wenn ich mal Hamburg brauche.

2. Aus dem Pott an den Hamburger Hafen – warum?

Der Weg ging vom nördlichen Ruhrgebiet – wo ich aufgewachsen bin – über einen 20-jährigen Zwischenstop in Bielefeld – wo ich studiert und meine sozialpädagogische Karriere hingelegt habe – eher beiläufig nach Hamburg. All diesen Orten bin ich sehr verbunden.

Ich liebe das Unmittelbare und Ehrliche im Pott. Ich mag Bielefeld, mit seinem kulturellen Angebot, der trotzigen „aber wir sind doch eine schöne Stadt“- Mentalität und dem Teutoburger Wald drumherum … und Hamburg?! Tja Hamburg ist immer wieder eine Offenbarung. Die Vielfältigkeit, die links-orientierten kulturellen und künstlerischen Räume, das Maritime und das viele Wasser. Aber nicht zuletzt die Menschen.

 

Interview 5 Fragen an: Anja Kiefer @dastutenderschiffe

 

Der Weg hierher war einfach nur eine Entscheidung. Es musste was Neues her in meinem Leben mit ca. 37. Haus kaufen? Kinder kriegen? Nö. Stadt wechseln? Jau! Eine Stadt mit Wasser sollte es sein. Und viele Städte fielen durchs Raster. Zu viel Karneval (Köln), zu groß (Berlin), zu weit weg (Leipzig), in einem anderen Land (Wien)…. Hamburg war naheliegend. Ich schrieb eine Bewerbung, wurde eingeladen, bekam eine Zusage (damals noch als Regionalleitein in der Sozialen Arbeit), sagte zu… das alles war ein Prozess von wenigen Wochen. Und ich kam selbst kaum hinterher.

Und dann haben die offenen Augen, und das nahezu kindliche Staunen in mir über die Besonderheiten der Stadt vieles in mir in Bewegung gesetzt… so dass ein Prozess völligen Neuerfindens einsetzte.

 

Interview 5 Fragen an: Anja Kiefer @dastutenderschiffe

 

3. Sich selbst einmal komplett neu Erfinden, wie schwer ist das?

Also hättest Du mich zwischenzeitlich gefragt, liebe Katrin, hätte ich es als SAUSCHWER bezeichnet. Wobei, das was daran schwer war, rückblickend betrachtet simpel erscheint. Die Kurzfassung: nach 20 Jahren sozialer Arbeit (jugendliche Flüchtlinge, Mädchen in Akutkrisen, Altenhilfe…) war ich ausgelaugt. Ich wurde zynisch und krank und war ein Schatten meiner selbst. Und dann traf ich eine Menge hilfreicher Menschen und guter Entscheidungen. Dabei war das Schwierigste, daran zu glauben, dass ich noch etwas anders gut kann, als das, was ich studiert habe.

Der Glaube an die eigenen Talente – den so zu stärken, dass daraus eine echte Perspektive wird… das war das Schwierigste und gleichzeitig Befreiendste, was ich je gemacht habe. Ich habe an verschiedenen Stellen dieses Weges auf meinem Blog darüber berichtet.

Mittlerweile arbeite ich in einer Agentur. Habe beruflich mit Guido Maria Kretschmer zu tun und verantworte die Umsetzung verschiedener großer Online-Portale für Kunden. Das Ganze war ein Weg, über den ich mittlerweile sogar mal eine Session bei einem Barcamp gehalten habe – nach dem die Rückmeldungen mir zeigten, dass es ein Weg ist, der Mut macht und auch andere inspiriert. Darüber freue ich mich ganz außerordentlich.

 

Interview 5 Fragen an: Anja Kiefer @dastutenderschiffe

 

4. Was bedeutet das tuten der schiffe für Dich?

Ursprünglich war das tuten der schiffe mein Hobby. Ich verordnete mir damit, schöne Dinge zu erleben und darüber zu berichten. Dann wurde hamburg.de auf mich aufmerksam und plötzlich kam da eine andere Dimension rein. Menschen reagierten auf meine Fotos.

Ich bekam Foto-Jobs. Bilder, die ich gemacht hatte, erschienen in der Schöner Wohnen oder Elle decoration. Es zog Kreise. Ich wurde eingeladen, bekam Aufträge…. und vernetzte mich mit fantastischen anderen kreative Internetmenschen. Und daraus entstand meine berufliche Perspektive. D.h. für mich ist das tuten der schiffe Motivator, kreativer Motor, ein sichtbares Zeichen für meine Leidenschaft.

5. Was macht Dich glücklich?

Verbundenheit ist mein Schlüssel zum Glück. Und das Geräusch tutender Schiffe.

liebe Anja, ich freu‘ mich riesig, dass du mein Gast bist. Deine außergewöhnliche Geschichte ist für mich ein bisschen so, als würden gerade die Schiffe tuten. Auf bald mal in Hamburg!

Ihr wollt wissen, wer noch alles bei mir im Interview zu Gast war? Ich bin echt stolz auf meine bunte Mischung toller Gäste und spannender Themen. Klickt euch mal ‘rein: Fünf Fragen an!

 

Was sagst du dazu? Ich freu’ mich auf deinen Kommentar …

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